News-Meldung

21.01.2013·15:00·Die Nationalmannschaft

Bundestrainer Löw: "Exzellente Arbeit in den Vereinen"

Lobt die Zusammenarbeit mit den Klubkollegen: Bundestrainer Löw  © Bongarts/GettyImages
Lobt die Zusammenarbeit mit den Klubkollegen: Bundestrainer Löw

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Sagt man ja. Die Cheftrainer der Bundesligisten drehten die Reihenfolge um. Am Sonntagabend schon trafen sich die Übungsleiter, gemeinsam saßen sie auf der Tribüne in Düsseldorf, die 90 Minuten dürften durchaus vergnüglich gewesen sein. Fünf Tore, Spannung bis zum Schluss, es gibt unterhaltungsärmere Fußballspiele als das 3:2 des FC Augsburg bei Fortuna Düsseldorf. Heute folgte Teil zwei der Verabredung, die Arbeit. Bundestrainer Joachim Löw hatte zur Trainertagung nach Düsseldorf geladen, zum gemeinsamen Erfahrungs- und Gedankenaustausch.

Und über was wurde gesprochen? Die Termine 2013, die USA-Reise der Nationalmannschaft, das Miteinander von Bundesligatrainern und Bundestrainer und das zu häufige Gegeneinander von Trainern und Schiedsrichtern. Joachim Löw, Jürgen Klopp und Herbert Fandel, der Vorsitzende der DFB-Schiedsrichterkommission berichteten übereinstimmend von produktiven und harmonischen Gesprächen. Und DFB.de berichtet über das Treffen in Düsseldorf.

Löw: "Holtby, Jung und Rode zur U 21-EM"

Bei seinem Ausblick auf die kommenden zwölf Monate nannte Löw die "direkte Qualifikation" für die WM 2014 in Brasilien als oberstes Ziel des DFB. 2013 stehe auch unter dem Vorzeichen, an der Balance zwischen Offensive und Defensive zu arbeiten und den Konkurrenzkampf weiter zu schüren.

Priorität für den DFB habe daneben auch die U 21-EM in Israel. Keiner der maßgeblich an der Qualifikation beteiligten Spieler werde während der Endrunde (vom 5. bis 18. Juni) zum A-Team bestellt, sagte Löw. Namentlich nannte er "Lewis Holtby, Sebastian Jung und Sebastian Rode".

Die Historie zeige, wie wichtig Erfolge im Nachwuchsbereich seien. Löw erinnerte an den Werdegang etwa von den aktuellen A-Nationalspielern Manuel Neuer, Sami Khedira, Mesut Özil, Mats Hummels oder Benedikt Höwedes, die alle maßgeblich vom EM-Titel mit der U 21 im Jahr 2009 profitiert hätten.

Klopp: "Wir Trainer haben dieselben Anliegen"

Die Trainertagung nutzte Löw auch als Anlass, um sich bei den Kollegen aus der Bundesliga für deren "exzellente Arbeit in den Vereinen" zu bedanken. Von den internationalen Erfolgen der Bundesligisten profitiere auch die Nationalmannschaft. Zumal die Trainer in den Klubs immer mehr auf junge deutsche Spieler setzen. "Sie genießen das Vertrauen der Trainer", sagte Löw. "Das ist ein großer Fortschritt im Vergleich zu früher."

Die Komplimente gab der Trainer des Deutschen Meisters zurück. "Es ist wichtig, dass wir uns in diesem Kreis austauschen", sagte Klopp. "Wir Trainer verstehen uns ja als Interessengemeinschaft und haben dieselben Anliegen."

Eines besteht darin, dafür zu sorgen, dass die Spieler in den Sommermonaten genügend Zeit zur Regeneration bekommen. Die USA-Reise der Nationalmannschaft mit Spielen am 29. Mai in Miami gegen Ecuador und am 2. Juni in Washington gegen die USA sieht Klopp deswegen ausdrücklich positiv. Dem Trainer von Borussia Dortmund ist bewusst, dass seine Nationalspieler viel weniger Zeit zur Regenation hätten, würde die Nationalmannschaft die offiziellen FIFA-Termine am 7. und 11. Juni wahrnehmen. "Ich bin dem Bundestrainer für diese Terminplanung dankbar", sagte Klopp.

Gibt das Lob zurück: BVB-Coach Klopp (r.)  © Bongarts/GettyImages
Gibt das Lob zurück: BVB-Coach Klopp (r.)

Fandel: "Es ist wichtig, den Dialog zu erhalten"

Gegenstand der Tagung waren auch die Schiedsrichter. Thematisiert wurde neben der Regelauslegung beim Handspiel und beim Armeinsatz bei Lauf- und Luftduellen insbesondere das Verhältnis der Trainer zu den Schiedsrichtern und den Vierten Offiziellen. Als "Trainer" der Schiedsrichter war Herbert Fandel zu Gast. "Es ist wichtig, den Dialog zu erhalten", sagte der Vorsitzende der DFB-Schiedsrichterkommission.

Fandel nannte es "ein Stück Fußballkulturgut", dass Unparteiische und Trainer miteinander im Gespräch bleiben. Deswegen sieht er den Austausch im Rahmen der Trainertagung als wichtigen Baustein: "Es ist ein Geben und Nehmen." Diese Tagung sei großartig und trage zur Entspannung bei. Jürgen Klopp gab dafür gleich ein Beispiel: "Wir sind uns unserer Vorbildfunktion bewusst. Es geht darum, dass man den richtigen Umgangston miteinander pflegt." Fandel nickte zustimmend, auch als Klopp die Trainertagung des DFB zusammenfasste: "Manchen wird überraschen, wie einig wir uns sind."

Am Nachmittag machten sich die Trainer dann wieder auf den Weg durch den Schnee in die Heimat. Sie alle wollten pünktlich zu Hause sein, um morgen wieder mit ihren Mannschaften arbeiten zu können. Mit neuen Erkenntnissen - und voller Vergnügen.

[sl]

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