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18.01.2013·11:30·Mitglieder im Portrait

Heiko aus Güsten: Stadion statt Blumen-Beete im Garten

Überraschungsbesuch von Hans Meyer.  © privat
Überraschungsbesuch von Hans Meyer.

Bei Welt- und Europameisterschaften gibt Heiko alles. Im wahrsten Sinne des Wortes. Dazu gehört es auch, mal Verzicht zu üben. Deswegen wird das Mitglied des Fan Club Nationalmannschaft powered by Coca-Cola den Besuch des Länderspiels gegen Frankreich in Paris am 6. Februar auch „sparen“. Der 44-Jährige sagt: „Wir planen schon Brasilien.“ Wer meint, dass sei ein bisschen früh, voreilig oder gar verrückt, der sollte mal in den Garten von Heiko schauen – dort hat er seinen eigenen Fußballplatz mit Flutlicht und Tribüne.

118 Euro Portokosten für die Teilnahme an Gewinnspielen

Es ist Ausdruck für seine große Liebe zum Fußball. Und sie spiegelt sich in mancherlei Art und Weise wider. Bei der WM 2006 etwa hat Heiko acht Spiele live im Stadion verfolgt. An die Karten war nicht leicht heranzukommen. Aber er ließ nichts unversucht. „Ich habe an jedem Gewinnspiel teilgenommen, bei dem es um WM-Tickets ging – und hatte am Ende 118 Euro Portokosten.“ Bei einem Gewinnspiel gab es als ersten Preis Tickets für das Gruppenspiel zwischen Deutschland und Polen in Dortmund zu gewinnen. Heiko gewann den zweiten Preis und fuhr mit seiner Frau Christin zu „Wetten dass...?“ nach Karlsruhe, im September, nach der WM.

Seit 2007 hat Heiko einen zuverlässigeren Weg für sich entdeckt, an Karten zu kommen. Damals nahm er erstmals an an einer von Fan Club-Betreuer Rico Jakob organisierten Reise teil. Nach London. Im Wembley-Stadion wurde er Augenzeuge des deutschen 2:1-Erfolgs. Seitdem ist er regelmäßig mit Rico Jakob unterwegs. Gleich zwei Wochen war er so bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine vor Ort. Ein etwas schlechtes Gewissen hatte der Familienvater dabei schon gehabt, weil er seine Lieben zu Hause ließ. Die WM in Brasilien will Heiko daher mit seiner Frau angehen.

Mönchengladbach live: Der Traum geht 1991 in Erfüllung

Mindestens genauso groß wie seine Leidenschaft zur Nationalmannschaft ist die zu Borussia Mönchengladbach. Bereits als kleiner Junge drückte Heiko den „Fohlen“ die Daumen, einfach, weil seine beiden großen Brüder es auch taten. Und dass, obwohl sie in Sachsen-Anhalt seinerzeit keine Spiele des Bundesligisten live sehen konnten. „Es war damals immer mein größter Traum, Gladbach mal live zu sehen“, erinnert sich Heiko. Zu DDR-Zeiten spielten sie mal in Magdeburg, aber im August 1991 sah er sie in Rostock in einem Pflichtspiel.

Seit dieser Zeit hat Heiko viele, viele Spiele der Borussia live gesehen, wirklich nahe dran an Mönchengladbach wohnt der Güstener aber auch heute noch nicht. „Die einfache Fahrt sind 500 Kilometer“, sagt er. Weil er die Strecke nicht so häufig auf sich nimmt, wie es seine Liebe zum Verein eigentlich vorschreibt, hat er einen Weg gefunden, wie er diese Diskrepanz kompensieren kann. In seinem Garten baute er sich einen kleinen Rasenplatz, mit Flutlicht und Tribüne. Die Sitze stammen aus dem Stadion am Bökelberg, er hat sie ersteigert.

Garten-Idyll made in Güsten  © privat
Garten-Idyll made in Güsten

Hans Meyer als Party-Schreck

Zur Einweihung des Gartenstadions hatte sein Bruder Stefan ihm zwei ganz besondere Gäste organisiert. Zunächst staunte Heiko über Gladbachs Torwart-Legende Wolfgang Kleff. Noch größere Augen machte er aber, als er in der heimischen Garage auf Kulttrainer Hans Meyer traf. „Ich konnte es nicht glauben, das war schon was Besonderes, denn Hans Meyer reist ja nun nicht von Party zu Party“, erinnert sich Heiko. Das Kleinfeld im Güstener Garten wurde daher auch „Hans-Meyer-Arena“ getauft.

Auch im Haus steht der größte Raum ganz im Zeichen des Fußballs. Heiko hat sich im „Sport-Casino“ seine eigene Fußball-Kneipe eingerichtet. An den Wänden und der Decke hängen unzählige Fußball-Devotionalien, die große Pinnwand ist voll mit Zeitungsartikeln zum Thema Fußball. Auch über die Weltmeister-Elf von 1954 ist hier einiges zu finden. „Ich interessiere mich sehr für Historisches“, sagt Heiko.

Ehefrau Christin erduldet die Fußball-Begeisterung ihres Mannes mit Langmut. „Sie lässt mir mein Hobby und ich bin ansonsten ja auch ein häuslicher Typ“, versichert Heiko. Und falls alles gut geht, ist Christin im kommenden Jahr zur WM in Brasilien ja auch selbst mit dabei.

[ot]

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