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13.12.2012·11:26·Mitglieder im Portrait

Michael Göhring: Mehr Länderspiel-Einsätze als jeder Nationalspieler

Michael Göhring (links) vor dem Finale der EURO 2012.  © privat
Michael Göhring (links) vor dem Finale der EURO 2012.

Wenn 2012 ein Länderspiel der Nationalmannschaft angepfiffen wurde, war Michael Göhring mit dabei. Keine Minute hat der „Rogätzer“ im abgelaufenen Länderspieljahr verpasst, 14 Mal war er live vor Ort. Ob in Basel oder Bremen, Leipzig oder Lwiw, Danzig oder Dublin – der Betreuer im Fan Club Nationalmannschaft powered by Coca-Cola hat unsere Mannschaft bei jedem Spiel angefeuert und oft sogar mit der Trommel im Block den Takt vorgegeben.

„Das war eigentlich gar nicht so geplant“, sagt Michael Göhring rückblickend auf das Länderspieljahr. Zur Partie in Frankfurt gegen Argentinien reiste er zum Beispiel erst kurz entschlossen an. Und beim finalen Auftritt in diesem Jahr gegen die Niederlande in Amsterdam war auch etwas Kalkül dabei: „Ich habe mir gedacht, wenn Du schon bei 13 Länderspielen warst, dann kannst Du das 14. auch noch mitnehmen.“ Und damit schaffte er, was in diesem Jahr keinem Nationalspieler gelang, nämlich bei allen Länderspielen dabei zu sein.

„Die EURO steht über allem“

Viel hat Michael Göhring gesehen, viel hat er erlebt in diesem Länderspiel-Jahr. Dennoch muss der Fan aus Rogätz bei Magdeburg bei der Frage nach seinem persönlichen Höhepunkt 2012 nicht lange überlegen. „Das war das Spiel gegen die Niederlande in Charkiw, da kam einfach alles Gute zusammen“, sagt er. Das Stadion in Charkiw gefiel ihm am besten, die Stimmung in der deutschen Kurve war großartig und nicht zuletzt wurden die Niederlande bezwungen.

Überhaupt genießt die EURO in Polen und der Ukraine bei Michael Göhring einen hohen Stellenwert. „Die EM steht über allem, bei so einem Turnier fiebert man ja ganz anders mit.“ Aber nicht nur sportlich fand er die Kontinentalmeisterschaft herausragend. Die Gastgeberländer waren für ihn „touristisch das Nonplusultra“, gerade weil es eben keine ganz alltäglichen Reiseziele sind. Gut drei Wochen war er in Polen und der Ukraine unterwegs. Zunächst 19 Tage mit dem Bus gemeinsam mit Fan Club-Betreuer Rico Jakob, dann noch einmal sechs Tage mit dem Zug. Dabei gab es auch jenseits der EM-Stadien viel zu entdecken. Vom Tagesausflug nach Tschernobyl bis zum mehrtägigen Badeaufenthalt an der polnischen Ostseeküste.

„Sami Khedira hat für mich den größten Sprung gemacht“

Neben den fünf deutschen Spielen standen für Michael Göhring aber noch vier weitere EM-Partien auf dem Programm, darunter auch das Finale. Doch darauf hätte er fast verzichtet. „Als wir im Halbfinale gegen Italien rausgeflogen sind, war meine erste Reaktion, in den Bus zu steigen und nach Hause zu fahren.“ Zu groß war die Enttäuschung über das Ausscheiden. Ein Jahr lang hatte er auf das Großereignis hingefiebert. „Ich dachte, das mit der Finalteilnahme wird schon klappen. Und dann geht es in 90 Minuten von 100 auf 0.“

Der Fan Club-Betreuer auf Reisen.  © privat
Der Fan Club-Betreuer auf Reisen.

Michael Göhring ist dann doch noch bis zum Finale geblieben. Bereut hat er es nicht, genauso wenig wie den Besuch der 14 deutschen Länderspiele. Von den Nationalspielern hat sich für den „Rogätzer“ in diesem Jahr besonders Sami Khedira in den Vordergrund gespielt. „Er hat für mich den größten Sprung gemacht. Er übernimmt jetzt mehr Verantwortung und hat eine unheimliche Präsenz auf dem Platz.“

Im kommenden Jahr wird es Michael Göhring erstmal etwas ruhiger angehen lassen in Sachen Länderspiele. Fest vorgenommen hat er sich allerdings den Besuch der Länderspiele in Nürnberg gegen Kasachstan und in der zweiten Jahreshälfte die Auswärtsfahrten auf die Färöer und nach Schweden. Aber wer weiß, welche Länderspiele der 24-Jährige noch ganz spontan besucht. Schließlich gilt es für ihn: Spontaneität muss nicht gut geplant sein.

[ot]

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