"Verrückt, aber harmlos": Zarmstorf in sieben Tagen nach Baku

Knapp acht Stunden im Bus, mehr als 20 Stunden mit dem Schiff, fast 59 Stunden in der Bahn und nochmal mehr als eine Stunde mit dem Flugzeug. Was sich nach der durchschnittlichen Verweildauer in öffentlichen Verkehrsmitteln für das gesamte Jahr anhört, hat Rene Zarmstorf in nur einer Woche hinter sich gebracht. Von Rostock über Kiel, Klaipeda, Riga, St. Petersburg und Mineralnye Vody führte ihn seine Reise gemeinsam mit sieben Freunden nach Baku. Und das alles nur, um das WM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Aserbaidschan zu sehen.

Gerne hätte es der 36-Jährige ohne Flugzeug ans Kaspische Meer geschafft. Die wenigen Bahnverbindungen in die Millionenmetropole haben ihm aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. "Dann wären wir sechs Tage vor dem Spiel angekommen. Dafür hat der Urlaub dann doch nicht gereicht", erzählt der Elektromonteur. Für die letzten 700 Kilometer musste so doch der Flieger nach Baku herhalten.

58-stündige Zugfahrt nach Astana

Zuvor, auf der über 42-stündigen Zugfahrt quer durch Russland, führte ein kurzer Abschnitt durch die Ukraine. Die zugestiegene russische Polizei musterte die deutsche Reisegruppe skeptisch. Nach kurzer Diskussion das Fazit der Beamten: "Die sind verrückt, aber harmlos."

Rene reist nicht zum ersten Mal auf so strapaziösen Weg zu einem Länderspiel. Vor vier Jahren brachte ihn eine 58-stündige Zugfahrt nach Astana zum WM-Qualifikationsspiel gegen Kasachstan. 2015 dauerte die Rückreise vom Georgien-Länderspiel in Tiflis ganze zehn Tage. Damals sogar ganz ohne Flugzeug. Aber warum tut man sich sowas an? "Man erlebt in der Bahn einfach viel mehr als im Flieger. Ich finde es toll auf diesem Weg etwas vom Land und der Kultur mitzubekommen", erklärt er.

Hundert Prozent Hansa

Selbst in Deutschland ist Rene beschwerliche Anreisen gewohnt. Als Fan und Dauerkarteninhaber von Hansa Rostock sind die meisten Auswärtsfahrten nicht gerade um die Ecke. In der Drittligasaison 2014/15 erfüllte sich der Rostocker einen Traum. „100 Prozent Hansa. Alle Heim- und Auswärtsspiele in einer Spielzeit. Das wollte ich schon immer mal schaffen“, sagt er.

Auch wenn ihm in Deutschland langsam die Ziele ausgehen, ist Rene kein bisschen müde. Für Reisen ins Ausland gibt es schließlich die Nationalmannschaft. In diesem Jahr sind bereits die Auswärtsspiele in Belfast und Prag sowie der Confed Cup in Russland fest eingeplant. Voller Vorfreude sagt er: "Für einen Fußballbegeisterten, der gerne reist, gibt es nichts Besseres."

[jh]

Knapp acht Stunden im Bus, mehr als 20 Stunden mit dem Schiff, fast 59 Stunden in der Bahn und nochmal mehr als eine Stunde mit dem Flugzeug. Was sich nach der durchschnittlichen Verweildauer in öffentlichen Verkehrsmitteln für das gesamte Jahr anhört, hat Rene Zarmstorf in nur einer Woche hinter sich gebracht. Von Rostock über Kiel, Klaipeda, Riga, St. Petersburg und Mineralnye Vody führte ihn seine Reise gemeinsam mit sieben Freunden nach Baku. Und das alles nur, um das WM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Aserbaidschan zu sehen.

Gerne hätte es der 36-Jährige ohne Flugzeug ans Kaspische Meer geschafft. Die wenigen Bahnverbindungen in die Millionenmetropole haben ihm aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. "Dann wären wir sechs Tage vor dem Spiel angekommen. Dafür hat der Urlaub dann doch nicht gereicht", erzählt der Elektromonteur. Für die letzten 700 Kilometer musste so doch der Flieger nach Baku herhalten.

58-stündige Zugfahrt nach Astana

Zuvor, auf der über 42-stündigen Zugfahrt quer durch Russland, führte ein kurzer Abschnitt durch die Ukraine. Die zugestiegene russische Polizei musterte die deutsche Reisegruppe skeptisch. Nach kurzer Diskussion das Fazit der Beamten: "Die sind verrückt, aber harmlos."

Rene reist nicht zum ersten Mal auf so strapaziösen Weg zu einem Länderspiel. Vor vier Jahren brachte ihn eine 58-stündige Zugfahrt nach Astana zum WM-Qualifikationsspiel gegen Kasachstan. 2015 dauerte die Rückreise vom Georgien-Länderspiel in Tiflis ganze zehn Tage. Damals sogar ganz ohne Flugzeug. Aber warum tut man sich sowas an? "Man erlebt in der Bahn einfach viel mehr als im Flieger. Ich finde es toll auf diesem Weg etwas vom Land und der Kultur mitzubekommen", erklärt er.

Hundert Prozent Hansa

Selbst in Deutschland ist Rene beschwerliche Anreisen gewohnt. Als Fan und Dauerkarteninhaber von Hansa Rostock sind die meisten Auswärtsfahrten nicht gerade um die Ecke. In der Drittligasaison 2014/15 erfüllte sich der Rostocker einen Traum. „100 Prozent Hansa. Alle Heim- und Auswärtsspiele in einer Spielzeit. Das wollte ich schon immer mal schaffen“, sagt er.

Auch wenn ihm in Deutschland langsam die Ziele ausgehen, ist Rene kein bisschen müde. Für Reisen ins Ausland gibt es schließlich die Nationalmannschaft. In diesem Jahr sind bereits die Auswärtsspiele in Belfast und Prag sowie der Confed Cup in Russland fest eingeplant. Voller Vorfreude sagt er: "Für einen Fußballbegeisterten, der gerne reist, gibt es nichts Besseres."

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